02.01.2020
Toni Schmidt will Bürgermeister werden

Furth im Wald.Toni Schmidt will es noch einmal wissen. Nach einer ersten Kandidatur im Jahr 2011 geht der 57-Jährige am 15. März noch einmal als Bürgermeisterkandidat für seine Heimatstadt Furth im Wald ins Rennen. Und er freut sich darauf, betonte der Unternehmensberater bei der Nominierungsversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus Fellner. Er hat eine tolle junge Liste hinter sich, betonte er, vor den Further Freien Wählern würden nun spannende Wochen liegen.

Die Further Freien würden sich und ihre Ideen unter Wert verkaufen, wenn sie keinen Bürgermeisterkandidaten stellten, begründete Schmidt seine Kandidatur. Mit einem Kandidaten könnten sie ihre Themen viel stärker vertreten. Sie wollten jetzt „ein bissl Feuer machen“ in Furth, kündigte der Familienvater an. Es laufe in der Grenzstadt nämlich nicht alles super, vieles könnte besser sein. Und dafür wollten die Freien jetzt Flagge zeigen.

Er ist Stadtrat und Sportreferent, Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses, Aufsichtsrat bei Stadtwerken und in der Landesgartenschau GmbH sowie Fraktionssprecher der Freien, stellte sich Schmidt vor. In der Further Kommunalpolitik kenne er sich also aus. Ein Bürgermeister brauche ein Wahlprogramm, meinte er, doch eigentlich habe die Stadt ein solches 2015 mit dem ISEK und 43 baulichen sowie 35 nichtbaulichen Maßnahmen festgeschrieben. Der Stadtrat habe das ISEK beschlossen, die Projekte sollten nach und nach abgearbeitet werden. In den vergangenen vier Jahren sei allerdings nicht viel passiert, und das solle sich ändern, wünschte sich Schmidt. Gerade auch im Hinblick auf die Gartenschau müssten die vielen Maßnahmen, die anstünden und Programm seien, auch endlich angegangen und umgesetzt werden. Bis spätestens 2024 müsse in Furth vieles in Gang kommen, sonst bekomme die Stadt ein Riesenproblem. Der Projekt- und Reparaturstau in Furth im Wald müsse endlich angepackt werden.

Als Bürgermeister wolle er verbessern und Zukunft aktiv gestalten, kündigte der 57-Jährige an. Er wolle umsetzen was die Bürger brauchen und wollen. Dazu gehöre etwa, aktives Leerstandsmanagement zu betreiben, also an Existenzgründer und mögliche Käufer oder Mieter auch wirklich heranzutreten. Um junge Familien und Gewerbetreibende in der Stadt zu halten, müssten dringend neue Wohn- und Gewerbegebiete entwickelt werden. Die klassische Wohnform – Familie mit zwei Kindern, Haus und Garten – brauche eine Daseinsmöglichkeit.

Wirtschaftsförderung müsse auf jeden Fall Chefsache sein, betonte Schmidt. Further Unternehmen dürften nicht mehr in Nachbargemeinden abwandern, sondern müssten vor Ort alle Möglichkeiten haben, ihre Betriebe zu erweitern. Auch Neuansiedlungen müssten unterstützt werden. Ein Bürgermeister müsse Antreiber bei der Gewerbeentwicklung sein. Und bei all dem müsse kleinteilig und aus eigener Kraft gearbeitet werden, weil es in Furth nicht einen großen Investor für alles geben werde.

Ein zentraler Punkt seines Wahlprogramms ist für Schmidt, den Drachen endlich und bald ins Zentrum, ins ehemalige Amtsgerichtsgebäude, zu holen. Er dürfe nicht in seiner alten Halle versteckt werden. In Kombination mit Landestormuseum und Tourist-Info könne ein neues kulturelles Zentrum am Stadtplatz geschaffen werden, profitieren von den Besuchern würden dann auch Einzelhandel und Gastronomie. Wenn dieses Projekt jetzt nicht bald angegangen werde, werde es sterben, meinte der 57-Jährige. Und auch viele nötige Straßensanierungen in der Grenzstadt müssten dringend in Gang kommen, sonst werde man sich bei der Gartenschau blamieren, sagte Schmidt. Ganz insgesamt wolle er die Lebens- und Wohnqualität in Furth im Wald weiter verbessern, damit die Stadt attraktiv bleibe.

24 von 24 Stimmen bekam der Bürgermeisterkandidat der Freien nach seiner Rede bei der Nominierung. Und auch die Wahlliste für den Stadtrat wurde einstimmig beschlossen. Es freue ihn sehr, dass es in Furth gar nicht so schwierig gewesen sei, so viele junge Leute zu bekommen, sagte Schmidt. Einige seien sogar von sich aus auf ihn zugekommen, weil sie sich gern einbringen wollten, erzählte er. Und bei den Freien Wählern sei jeder willkommen gewesen, der nicht links- und nicht rechtsextrem sei und frei handeln und reden wolle, das sei das Motto der Freien.

Kreisvorsitzender Hans Kraus freute sich besonders auch darüber, dass viele junge Frauen auf der Further Liste stünden. Es sei super, wenn sich Frauen wieder mehr für Politik interessierten. In der Vergangenheit sei es nicht leicht gewesen, Frauen für die Kommunalpolitik zu gewinnen. Er habe Respekt davor, dass sich in Furth so viele junge Leute für die Arbeit in der Kommunalpolitik interessierten.


Die Liste der Further Freien Wähler:

Toni Schmidt (57, Unternehmensberater), Michael Mühlbauer (63, Gärtnermeister), Oskar Mühlbauer (57, Architekt), Maximilian Nagler (51, Versicherungsfachmann), Florian Lehminger (36, Maschinenbauingenieur), Simon Fischer (27, Maschinenbau- und Schweißtechniker), Theresa Silberhorn (26, Tankstellenleiterin), Fritz Korherr (46, Notfallsanitäter), Blasius Körner (31, Betriebswirt), Dominic Ziesler (26, Niederlassungsleiter), Uta Schmidt (23, Bauingenieurin), Erwin Lamecker (61, Lehrer), Johannes Schlosser (26, Student Lebensmittelqualität), Horst Lichey (49, Industriemechaniker), Reinhold Kerner (52, Mesner), Laura Lehminger (25, Studentin der Sonderpädagogik), Christian Hierstetter (43, Polizist), Toni Mühlbauer (60, Unternehmer), Matthias Schweitzer (25, Schreinermeister), Sepp Schuh (70, Rektor a. D.); Ersatzleute: Luitgard Lengdobler und Thomas Späth